Mit Holz bauen
ein landwirtschaftlicher Hallenneubau als Praxisprojekt
Im Teilort Zwerenberg bei Sulzbach an der Murr wurde im ersten Halbjahr 2025 eine landwirtschaftliche Halle aus Tannenholz erstellt, die nach Fertigstellung besichtigt werden konnte. Durch eine Holzverschalung aus Lärchenholz soll auf einen Anstrich verzichtet werden. Ziel des Bauherren Andreas Döz ist es, möglichst viel eigenes und regionales Holz zu verwenden.
Andreas Döz schilderte sein Vorhaben von der Idee bis zur Ausführung.
Als Waldbesitzer und Vorstandsmitglied der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald - Kreisverband Rems-Murr e.V. war es ihm ein Anliegen, für die neu projektierte Halle möglichst viel Holz aus dem eigenen Wald zu verwenden. "Um die eigenen Ressourcen zu nutzen, die Transportwege kurz zu halten und damit auch klimafreundlich möglichst wenig CO2 zu verbrauchen," betont der Bauherr.
Gesägt wurde das Holz im Sägewerk Peter Kunz in Gschwend-Wolfsmühle. Da Döz für die Außenverkleidung witterungsbeständiges Lärchenholz bevorzugt, machte er mit Säger Peter Kunz einen "Deal": Tannenholz gegen regional gewachsenes Lärchenholz. Damit war die Rohstoffbasis weitgehend abgedeckt. Aus statischen Gründen wurden einige Leimbilder-Balken eingekauft.
Friedemann Friz, Leiter des Forstreviers Oberes Leintal und seit vielen Jahren engagierter Vertreteter des Waldbaus mit der heimischen und für den Schwäbischen Wald typischen Hauptbaumart Tanne, unterstützte Andreas Döz bei seinem Vorgehen.
In seiner mitreissenden Art machte der den anwesenden Waldbesitzern die Vorzüge der Weißtanne klar: Sie habe holztechnisch ähnliche Vorzüge wie die Fichte, welche durch den Klimawandel aber auf kurz oder lang keine Chance mehr habe im Schwäbischen Wald. Sie verfüge ausserdem über harzfreies Holz. "Waldbaulich erträgt sie mehr Wärme als die Fichte, solange die Wasserversorgung stimmt", so Friz. Dazu gehöre auch, dass sie als Schattbaumart unter Schirm verjüngt und stufig erzogen werde. Wenn diese Voraussetzungen gegeben seien, sei die Tanne nach wie vor die natürliche und zudem produktive Baumart mit Zukunft im Schwäbischen Wald.
Planerisch und technisch umgesetzt wurde das Hallen-Projekt mit der Firma Dausch Hallen aus dem bayerischen Markt Rettenbach in der Nähe von Memmingen im Allgäu.
Berater Christian Walter von der Firma Dausch hatte die weite Anfahrt zum Vorstellungstermin gerne auf sich genommen, um den interessierten Anwesenden die Leistungen seines Unternehmens vorzustellen. Man lege großen Wert darauf, Bauherren (-und frauen) von Anfang an eng zu begleiten, beginnend bei der Planung, bei der besondere Wünsche aber auch mögliche Eigenleistungen berücksichtigt werden, über die auf die Wünsche ausgerichtete Architektur und Planung bis zu Ausführung der einzelnen Gewerke unter Koordination eines erfahrenen Bauleiters.
Konkret wies er auf einige Besonderheiten der Halle hin, so beispielsweise die große Spannweite, die durch die Verwendung von Leimbinder-Balken möglich gewesen sein. Außerdem habe man das Dach gedämmt, um im Sommer (es waren zum Termin nahezu 30°C) angenehme Arbeitstemperaturen in der Halle zu gewährleisten, vor allem aber um um Winter Schwitzwasserbildung zu vermeiden.
Zusammenstellung der Hauptgewerke