Baum des Jahres 2018:  Die Ess-Kastanie

Zum 30. Baum des Jahres wurde für das Jahr 2018 die Ess-Kastanie (Castanea sativa) gekürt. Sie ist nicht verwandt mit der Rosskastanie (Aesculus hippocastanum), sondern gehört zu den Buchengewächsen und wurde mindestens seit der Römerzeit in Deutschland kultiviert.

 

Als wärmeliebende Baumart wurde die Ess-Kastanie in der letzten Eiszeit auf die Iberische Halbinsel und den Balkan zurückgedrängt. Von den Römern wurde sie nach Mitteleuropa gebracht und im Weinbauklima Südwestdeutschlands angepflanzt. Mit zunehmend wärmerem Klima fühlt sich die Eßkastanie immer wohler und gehört möglicherweise zu den Gewinnern des Klimawandels.

 

Die Edelkastanie wird vor allem wegen ihrer stärkereichen und glutenfreien eßbaren Früchte, bekannt als Maronen, geliebt. Aber auch ihr Holz ist eine Besonderheit, denn es ist neben dem der Robinie das witterungsbeständigste Holz. Die Eßkastanie wurde bei uns überwiegend im Stockausschlagbetrieb bewirtschaftet, etwa alle 15 Jahre genutzt und als Rankhilfen für die Rebstöcke oder für Pfähle verwendet. Bäume, deren Holz für den Hausbau, Fassdauben oder Masten gebraucht wurde, ließ man doppelt so lange stehen. Da die Ess-Kastanie aus den abgesägten Stöcken leicht wieder ausschlägt, war so immer für eine natürliche Verjüngung gesorgt. Holz und Rinde enthalten reichlich Gerbsäure und das Holzes hat einen hohen Heizwert. Deshalb wurden in diesen Niederwäldern auch Brennholz und Gerbstoff zum Ledergerben gewonnen.

 

Ab Mitte/Ende Juni blühen zunächst die rein männlichen, lang gestreckten, schräg aufrecht in Büscheln stehenden gelblichweißen Kätzchenblütenstände, die fast nur aus Staubblättern zu bestehen scheinen. Etwa eineinhalb Wochen später folgen am gleichen Baum zwittrige Blütenstände, wobei die recht unscheinbaren weiblichen Blütenstände an der Basis dieser Kätzchenblüten stehen. Die Bestäubung erfolgt vor allem durch den Wind, kann aber auch durch Käfer, Bienen und andere Insekten erfolgen. Beginn der Blüte im Alter von 20-30 Jahren. (Quelle: Dr. Rudolf Fenner). Windbestäubung kann über Distanzen von 20, sogar 100 Kilometern erfolgen, allerdings ist die Pollendichte nur innerhalb von 20 bis 30 Metern einigermaßen ausreichend. Die Edelkastanie ist selbstinkompatibel, eine Pflanze kann sich nicht selbst bestäuben, es ist Fremdbestäubung nötig. Viele kultivierte Sorten sind allerdings männlich-steril, sie bilden keinen funktionsfähigen Pollen. In diesem Fall müssen in den Plantagen in regelmäßigen Abständen pollenspendende Bäume anderer Sorten gepflanzt werden. (Quelle: Wikipedia)

 

Weitere Informationen zur Ess-Kastanie

Blätter mit Blütenstand und Früchten der Ess-Kastanie
Blätter mit Blütenstand und Früchten der Ess-Kastanie