Waldkräuterküche

Wir laden Sie ein, den Wald mal von einer ganz anderen Seite zu erleben:

 

Entdecken Sie mit uns die einfachen, bisher vielleicht völlig übersehenen Dinge, die der Wald und die Natur uns schenken.

Lernen Sie Ess- und Heilpflanzen kennen und lassen Sie sich von einfachen Rezepten und kreativen Ideen inspirieren.

 

Da wir dieses Angebot für Sie gerade entwickeln, werden Sie immer wieder neue Rezepte und Tipps finden, die Sie beim und nach dem nächsten Waldspaziergang gleich ausprobieren können.

 

Schauen Sie deshalb  immer wieder einmal auf dieser Seite vorbei!

 

Ein paar Waldkräuter-Regeln
(siehe auch Waldknigge )
  1. Achtsamer, rücksichtsvoller Umgang mit der Natur!
    Dies bedeutet:
    • Nicht allzu viele Pflanzen von einer Stelle nehmen und die Sammelstelle so zurücklassen, dass niemand bemerken würde, dass gesammelt wurde.
    • Keine geschützten Pflanzen entnehmen und niemals in Naturschutzgebieten sammeln.
    • Tiere im Wald nicht beunruhigen und nicht aufscheuchen.
  2. Nicht an Straßen, Wegen oder bewirtschafteten Feldern sammeln.
  3. WICHTIG: Nur Pflanzen pflücken, sammeln und verwenden, die man ganz sicher kennt!
    Bei Unsicherheit bitte nicht pflücken! Ein gutes Bestimmungsbuch hilft, Pflanzen besser kennen zu lernen. Die gesammelten Kräuter und Blätter zu Hause nach Arten trennen und noch einmal einzeln kontrollieren.

Rezept der Woche

Herrliche Holunderrezepte


Nahezu alle Pflanzenteile des Holunders können zu Heilzwecken verarbeitet werden.
Hier einige Rezepte aus den aromatischen Holunderblüten, die draußen zurzeit in betörenden Duft verströmen:

Holunderblüten-Produkte

Leckereien aus Holunderblüten

©Foto: Astrid Szelest


Holundermilch
3 Dolden Holunderblüten in 3 Tassen kalter Milch ansetzen. 6 Stunden ziehen lassen. Durch ein Sieb abseihen. Milch Langsam erwärmen. Nach Belieben mit Honig, Zimt Vanille oder Safran würzen.

Holunderblütensirup
Holunderblütendolden in eine Schüssel geben. Mit Wasser auffüllen. Mindestens 24 Stunden ziehen lassen. Durch ein Geschirrtuch abseihen. 1 Liter Flüssigkeit mit je 1 kg Zucker und 1 Teelöffel Zitronensäurepulver aufkochen. Ca. 30 Minuten auf kleiner Flamme köcheln, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Heiß in Twist Off Flaschen abfüllen und verschließen.

Holunderblütengelee
Holunderblütendolden in eine Schüssel geben. Mit biologischem, naturtrübem Apfelsaft auffüllen. Mindestens 24 Stunden ziehen lassen. Durch ein Geschirrtuch abseihen. Flüssigkeit mit Agar Agar und Zucker oder Gelierzucker nach Gebrauchsanweisung zu Gelee verarbeiten. Twist Off Gläser bei 100 Grad 10 Minuten im Backofen sterilisieren. Deckel 5 Minuten in Wasser mit 2 Esslöffel Essig abkochen. Heiß in Gläser möglcihst mit Trichter abfüllen, Rand ggf. säubern und verschließen. Gläser nicht auf den Kopf stellen.

Holunderblütenessig
Weißen Balsamico Essig etwas erwärmen. Holunderblütendolden in eine Schüssel geben und mit dem lauwarmem Essig übergießen. 24 Stunden ziehen lassen. Durch ein Geschirrhandtuch filtern. In dunkle Flaschen abfüllen. Dieser Essig ist hervorragend für Blattsalate. Der herrliche Holunderdurft ist rund 7 Monate im Essig konserviert.

Holunderblütentee
Holunderblütendolden sammeln. Ein Tablett mit Küchenkrepp belegen. Dolden darauf setzen. An einem warmen Ort rund eine Woche trocknen. Wenn die Blüten rascheln in Dosen oder Gläser abfüllen. Lichtgeschützt und trocken aufbewahren.

Gesammelte Rezepte aus der SDW-Waldkräuterküche


Ein paar Löwenzahn-Rezepte zum Ausprobieren


Löwenzahn ist eigentlich gut verträglich. Menschen mit einer Allergie auf Korbblüter (zum Beispiel Beifuß) müssen vorsichtig sein. Auch sollten chronisch Kranke sowie Menschen bei bestimmten Nieren- und Gallenleiden vorab den Verzehr oder die kurative Anwendung mit dem Arzt abstimmen.

Tannenzweig mit Knospen

Löwenzahn-Blüte

©Foto: Astrid Szelest


Löwenzahn Tee
2 Teelöffel frische oder 1 Teelöffel getrocknete Löwenzahnblätter mit kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abgießen.

Löwenzahnsalat
Verwendet werden die jungen und zarten Blätter des Löwenzahns als Salat in vielen Variationen. Gerade die Bitterstoffe sind gesund! Wer sich erst noch an die zartbittere Frische gewöhnen möchte, kann die Blätter eine Stunde in leicht gesalzenes Wasser einlegen. Dadurch wird das Bittere etwas genommen.

Löwenzahnspinat
Schon etwas größere Blätter werden klein geschnitten, in Butterschmalz und mit Zwiebeln angedünstet. Mit etwas Gemüsebrühe ablöschen und mit einer Mehlschwitze andicken. Würzen mit frisch gemahlener Muskatnuss, Pfeffer und Meersalz. Auch gut in Kombination mit Brennnesseln und Giersch.

Löwenzahnspätzle 300g Mehl, 3 Eier und etwas Wasser zu einem lockeren Spätzlesteig schlagen. Mit frisch gemahlenem Muskat und Meersalz würzen. Eine Hand voll ganz klein geschnittene Löwenzahnblätter unterrühren. Spätle in Salzwasser schaben oder drücken. Sehr lecker als Beilage aber auch mit Käse überbacken oder angeröstet.

Löwenzahn-Magen-Bitter (natürlich nur für Erwachsene)
Die Löwenzahnblütenblätter von dem Blütenkopf abzupfen. Eine Flasche zu einem Drittel damit befüllen. Dann mit einem hochprozentigem Schnaps wie zum Beispiel Doppelkorn oder Wodka auffüllen. Nun lässt man die Flasche an der sonnigen Fensterbank drei Wochen ruhen. Durch ein Tuch abseihen und in dunkle Flaschen füllen.

Löwenzahnhonig
Die gelben Löwenzahnblüten abzupfen und eine große Schüssel damit befüllen. Mit handwarmem Wasser aufgießen, mit einem Tuch abdecken und 12 Stunden ziehen lassen. Durch ein Tuch abseihen (dann werden auch kleine Insekten entfernt). Die Flüssigkeit mit Zucker im Verhältnis 1:1 aufkochen, 1 l Flüssigkeit + 1 kg Zucker. Auf niedriger Temperatur solange Flüssigkeit herauskochen, bis ein zähflüssiger Sirup entsteht. 1 TL Zitronensäure je 1 l Flüssigkeit beigeben. Heiß in Gläser abfüllen. Kühl lagern. Eine andere Möglichkeit ist, aus dem Löwenzahnsud Gelee herzustellen.

Löwenzahnkaffee
Im Herbst die Wurzeln des Löwenzahns ausgraben, waschen, in kleine Stücke schneiden und in einer trockenen Pfanne ganz dunkel anrösten. Die gerösteten Löwenzahnstücke mahlen und wie Kaffeepulver verwenden.

Bärlauch- und Knoblauchsraukenpesto

Tannenzweig mit Knospen

Knoblauchsrauke

©Foto: Dr. G. Strobel


Im Moment hat der Bärlauch Hochsaison, ebenfalls die Knoblauchsrauke. Der Bärlauch ist bekannt für seine wohltuende Wirkung für Magen, Darm und Blut. Die Knoblauchsrauke ist eine oft noch unbekannte und sehr wohltuende Heilpflanze. Hat einen angenehmen pfeffrigen Geschmack. Enthält viele Vitamine und Vitalstoffe und ist damit das perfekte Würzkraut. Bärlauch und Knoblaurchsrauke werden zu gleichen Teilen fein gehackt und in ein 200 ml Glas gefüllt. 2 Teelöffel Meersalz mit Olivenöl vermischen. Auf die Kräuter geben. Das Öl muss die gehackten Kräuter überdecken. Im Kühlschrank ist das Pesto ölbedeckt mehrere Monate haltbar. Prima auch angewärmt zu Spargel, zu Pasta oder zu gegrilltem Fleisch.

Fitness-Drink

Tannenzweig mit Knospen

©Foto: A. Szelest



Gerade jetzt treiben die Fichten aus. Eine Hand voll der frischen Fichtenspitzen mit 0,3 Liter Wasser übergießen, 7 Minuten ziehen lassen. Den Saft einer halben Zitrone dazu geben, evtl. mit etwas Honig süßen.

Blutreinigungstee

Brennnesselblätter

©Foto: Dr. G. Strobel


  • 2 Teile Birkenblätter
  • 1 Teil Brennesselblätter
  • 1 Teil Minzeblätter
  • Bestenfalls werden die Blätter jetzt im Frühling frisch gepflückt. Getrocknet ist das ein prima Vorrat für die kältere Jahreszeit.

Brennnessel-Eistee

Schweden-Feuer

Brennnessel-Blätter

©Foto: Dr. G. Strobel


Eine handvoll frisch gezupfte Brennnesselblätter mit einem Liter kochendem Wasser übergießen und drei Minuten ziehen lassen und abseihen. Den Sud abkühlen lassen und mit etwas Honig süßen.

Nun können verschiedene Aromen beigefügt werden. Lecker sind Biozitronen- oder Orangenscheiben. Aber auch kleine Apfelstücke oder 0,2 Liter naturtrüber Apfel- oder Quittensaft sind prima. Wer es etwas schärfer liebt, gibt Ingwerstücke dazu.

Grüne Neune - Kräutersuppe

Hintergrund

In der Vorbereitung zur Karwoche schlagen wir vor schon jetzt auf die Jagd und die Suche nach der „Grünen Neune“ zu gehen. Das ist eine Suppe mit 9 verschiedenen Kräutern, die traditionell am Gründonnerstag verspeist wurde und wird.

Sauerampfer, Brennnessel, Brunnenkresse, Vogelmiere, Löwenzahn, Gundermann, Knoblauchsrauke, Wegerich, Schafgarbe, Bärlauch, Giersch, Gänseblümchen, Veilchen sind gute Zutaten.

„Ach du grüne Neune“ haben sicher nicht die Kelten und Germanen gerufen, die sich in Frühjahr auch mit einer Kräutersuppe gestärkt haben. Denn früher glaubte man, dass die Neun-Kräuter-Suppe vor bösen Geistern schützt, im Frühling stärkt und die Frühjahrsmüdigkeit vertreibt. Vor allem schmeckt sie aber lecker und wird selbstverständlich nicht nur an Gründonnerstag verzehrt.

Auch unser Immunsystem wird durch gesunde Kräuter gestärkt, was in dieser Zeit besonders wichtig ist.

Unser Rezept

Junge Bärlauchblätter

Junge Bärlauch-Blätter

©Foto: Dr. G. Strobel


Sauerampfer, Brennnessel, Brunnenkresse, Vogelmiere, Löwenzahn, Gundermann, Knoblauchsrauke, Wegerich, Schafgarbe, Bärlauch, Giersch, Gänseblümchen, Veilchen sind gute Zutaten.

  • Für 4 Personen verwendet man eine Handvoll von jedem Kraut.

Folgende weitere Zutaten werden benötigt:

  • 2 bis 3 Esslöffel Butter,
  • 2 Zwiebeln,
  • 1 Knoblauchzehe,
  • 1 bis 2 TL Mehl,
  • Gemüsebrühe,
  • Schmand oder Crème fraiche,
  • Meersalz,
  • Muskatnuss,
  • Pfeffer.

Die Kräuter werden gut gewaschen, anschließend trocken getupft und fein zerhackt. Nur die Blüten bleiben ganz und werden vor dem Servieren auf die Suppe gestreut. Zwiebeln würfelt man fein und dünstet diese mit der Butter an. Knoblauch nur kurz erhitzen und alles mit Mehl bestäuben, hell anschwitzen und mit Gemüsebrühe ablöschen. Die Kräuter kommen nun in den Topf und alles köchelt ca. 25 Minuten bei niedriger Temperatur vor sich hin. Zum Schluss mit Schmand oder Crème fraîche verfeinern. Mit Meersalz, frisch gemahlener Muskatnuss und Pfeffer würzen und mit den Blüten garnieren. Herrlich schmeckt zu dieser Suppe frisches Holzofenbrot aus dem Schwäbisch-Fränkischen Wald.

Knoblauchsrauken-Butter


Die Pflanze

Knoblauchsrauke

Knoblauchsrauke

©Foto: Dr. G. Strobel

Die Knoblauchsrauke ist ein Kreuzblütler, der von April bis Juli blüht. Die Pflanze kann bis zu 1 Meter hoch werden. Sie gut zu erkennen an den kleinen weißen Blüten mit 4 Blättern, den nierenförmigen Blättern die gebuchtete Ränder haben und dem vierkantigen Stängel. Der Knoblauchsduft ist charakteristisch für diese Pflanze. Schon früher wurde dieses Kraut als Gewürz verwendet, insbesondere zu Zeiten in denen die Gewürze teuer waren und sich die einfachen Menschen diese nicht leisten konnten. Gesund ist die Knoblauchsrauke auch. Insektenstiche lassen sich prima mit einem Knoblauchsraukenbrei behandeln. Neben ihrer antiseptischen Wirkung ist sie harntreibend und schleimlösend.


Unser Rezept

Knoblauchsrauken-Butterbällchen

Knoblauchsrauken-
Butter-Bällchen

©Foto: Astrid Szelest

Eine handvoll von den zarten oberen Blättern der Knoblauchsrauke und die kleinen weißen Blüten pflücken und zu Hause fein zerhacken. Die gehackten Blätter und Blüten mit Butter mischen und mit Meersalz und Pfeffer würzen. Kleine Kugeln formen, einzeln mit Abstand in ein flaches Gefriergefäß geben und einfrieren. Die Butterkügelchen sind einzeln entnehmbar und schmecken prima zu allem Gegrilltem aber auch zu Gemüse, insbesondere Spargel. Auch ein Pastagericht lässt sich damit ganz fix herstellen.


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