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Gut versteckt wird nicht entdeckt!

Überlebenstechnik mit Anziehungskraft

Verstecken - wer hat das wohl nicht gern gespielt in seiner Jugend. Dass aus diesem Spiel ein ebenso kurzweiliger wie lehrreicher Nachmittag werden kann, zeigte Wildnispädagogin Brigitte Greiner im Welzheimer Tannwald.

 


Jeder Nachmittag hat bei der Luchsbande seinen eigenen Schwerpunkt. Denn wenn man sich intensiv mit einer Frage beschäftigt, lernt man automatisch eine ganze Menge dabei.

 

Rituale sind Brigitte Greiner und den Kindern ganz wichtig. "Das hilft, Abstand vom Alltag zu gewinnen und sich in Ruhe auf das "Abenteuer Wald" einzulassen," meint die Wildnispädagogin. "Das Schleichen durch den Wald zum Waldstützpunkt der Luchsbande, dem Lägerle" ist so ein Ritual, erklärt Brigitte Greiner. Und dann die Einstimmung auf den Nachmittag, bei dem jedes Kind den Tag reflektiert, sagt, worüber man sich heute besonders gefreut hat und worauf man sich bei der Luchsbande freut. Und dabei geht es ganz demokratisch zu: Jede/r kommt zu Wort und die anderen hören aufmerksam zu!

Und auch der zweite Teil ist so ein Ritual. Die etwa beim Sitzen in der Schule aufgestaute Energie muss raus: Zum Beispiel beim Räuber-Beute-Spiel, bei dem es ganz einfach darum geht, dem "Freßfeind" durch geschwindes Davonrennen zu entkommen. Der Räuber möchte natürlich was zum Abendbrot und strengt sich seinerseits mächtig an, der "Beute" habhaft zu werden.  Und wer "gefressen" wird, muss bis zur nächsten Runde warten.


Alle sind außer Puste - Zeit für einen Austausch in der Runde auf dem Waldboden. "Gibt es denn noch andere Möglichkeiten für die Beute, dem Räuber nicht zum Nachtmahl zu werden?" frägt die Anführerin Brigitte Greiner in die Runde. Viele Hände gehen hoch: "Verstecken!!!"

Klingt das nicht auch nach einem tollen Spiel? Alle sind sofort Feuer und Flamme für diese Idee.

Die Luchsbande weiß natürlich schon, dass Räuber die Augen vorne am Kopf haben. Das dreidimensionale Sehen ermöglicht Ihnen die Fixierung der Beute und die genaue Abschätzung der Entfernung - bei einem kurzen schnellen Spurt nicht unwichtig. Beutetiere hingegen haben die Augen eher seitlich am Kopf, um auf diese Weise fast so etwas wie einen Rundumblick zu haben und Feinde auch von hinten kommen zu sehen. 

"Das probieren wir doch gleich mal aus": Eine Gruppe darf sich nahe beim Weg verstecken und die andere Gruppe muss die Versteckten suchen. Um zu erklären, was ein Beutetier "im Augenwinkel" noch sehen kann, müssen die Sucher alle nach vorne auf den Weg sehen und dürfen die Versteckten nur aus den Augenwinkeln entdecken. Gar nicht so einfach!


Und trotzdem werden die meisten entdeckt! Einer fällt durch seine knallbunte Jacke auf, eine andere kann nicht ruhig warten und wird am Zappeln erkannt, ein Dritter tritt mit dem Fuß auf ein Ästchen.

"Nochmal, nochmal", drängelt die Luchsbande. Jede/r möchte beim zweiten Mal zeigen, dass er es nun noch viel besser kann. Vor dem dritten Mal gibt die Wildnispädagogin ein paar nützliche Tipps: "Wer sich mit Erde sein Gesicht anschmiert, macht es dadurch schwerer erkennbar." Sprach's und holte am nahen Bach eine Handvoll Lehm.

 

Recht wirkungsvoll kann man seine Körperumrisse verwischen, wenn man einfach Zweige oder Farne vor sich hält. Wer hätte gedacht, dass sich auf dem Bild links eine ganze Luchsbande mit einfachen Mitteln versteckt?

 

Der Nachmittag neigt sich bereits dem Ende zu, aber ein viertes Mal wollen die Kinder es dann doch noch probieren. Und nun ziehen sie alle möglichen Register, um sich vollkommen unsichtbar zu machen. Till hat sich einen alten morschen Baumstumpf ausgesucht und "erweitert" ihn nach allen Regeln der Kunst zu einem Moos-Versteck. Selbst einen Meter davor ahnt niemand, dass sich hier ein kleiner Luchs verbirgt.

 

Zwei der Mädchen schlüpfen flugs unter die schmale Bachbrücke und sind völlig unsichtbar. Und ein ganz schlauer Luchs veräppelt seine Sucher am originellsten. Er steigt flugs auf eine dünne Tanne und sein Versteck in fast drei Metern Höhe fällt einfach niemandem auf, da alle eifrig hinter Bäumen und auf dem Boden suchen.

 


Eigentlich ist es gerade zu schön, um aufzuhören, aber die Eltern warten bereits am Treffpunkt auf die kleinen Waldläufer. Das ist das Stichwort für einen richtige Schlußspurt durch den Tannwald - denn Energie hätte die Luchsbande noch für eine ganze Menge Spiele, die wieder so viel Spaß machen wie heute.


Pressefotos

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Beratungskreis der Luchsbande im Tannwald
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Versteckspielen - mal ganz anders
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Wilde Hatz
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Till und sein Super-Moosversteck
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