Waldgeschichte in Mitteleuropa

Vor rund 400 Millionen Jahren entwickelten sich aus den Wasserpflanzen die ersten einfachen Landpflanzen.

Doch erst vor rund 300 Millionen Jahren entstanden die ersten Bäume. Im Karbon - der Steinkohlezeit - wuchsen die bekannten riesigen Wälder mit den Bärlapp-, Farn- und Schachtelhalmbäumen in einem günstigen feuchten und tropischen Klima.

 

Wegen des feuchten Klimas zersetzte sich die Biomasse häufig nach dem Absterben der Pflanzen nicht, sondern "verkohlte" unter Wasser und Luftabschluss.


Bärlapp-, Farn- und Schachtelhalm-Wälder zur Karbon-Zeit        (Quelle: http://www.bbc.co.uk/nature/history_of_the_earth/Carboniferous)
Bärlapp-, Farn- und Schachtelhalm-Wälder zur Karbon-Zeit (Quelle: http://www.bbc.co.uk/nature/history_of_the_earth/Carboniferous)

In dieser erdgeschichtlichen Epoche wurde Kohlendioxid in großem Umfang in Pflanzen und deren Umwandlungs-Produkten, der "Steinkohle" oder dem Erdöl, für Jahrmillionen festgelegt. Durch neuzeitlichen Abbau und Verwendung als Treibstoff oder Heizmaterial werden die in diesen Energieträgern festgelegten Kohlenstoffe wieder als Kohlendioxid in großem Umfang freigesetzt (siehe Klimawandel).

 

Nach dem Rückgang der Bärlapp-, Farn- und Schachtelhalmbäume aufgrund des später trockeneren Klimas entstanden vor 270 Millionen Jahren unsere Nadelbäume. Über 200 Millionen Jahre beherrschten dann die Nadelbäume das Landschaftsbild. In dieser Zeit entwickelte sich auch eine Baumart, die als erdgeschichtliches Relikt bis heute überlebt hat: der Ginkgo. Der Ginkgobaum ist eine Übergangsart zwischen den Nadel- und Laubbaumarten.


Vor rund 100 Millionen Jahren entwickelten sich schließlich die Laubbäume und wurden zum vorherrschenden Wald. Dann begann sich das Klima auf der nördlichen Halbkugel vor etwa einer Million Jahre stark abzukühlen. Von 600.000 bis 12.000 v. Chr. lösten vier Eiszeiten mit wärmeren Zwischenzeiten das vormalige Warm-Klima ab.

 

Nach der Eiszeit schmolzen die der großen Inlandgletscher infolge einer Klimaerwärmung ab und zogen sich bis auf Relikte in den Hochgebirgen zurück. Die Vegetation eroberte die Flächen zurück. Allerdings waren viele Pflanzenarten ausgestorben oder eine Rückwanderung von Süden nach Norden war durch in Mitteleuropa durch die Alpen erschwert. Die Folge war eine viel artenärmere Flora als vor der Eiszeit. In die tundrenartige Flora wanderten zunächst sogenannte Pionierbaumarten, wie z.B. Birken und Kiefern, ein. Dann kamen mit zunehmender Temperatur Haselstrauch und Eichen.