2013: 300 Jahre forstliche Nachhaltigkeit


Wird derhalben die größte Kunst, Wissenschaft, Fleiß und Einrichtung hiesiger Lande darinnen beruhen, wie eine sothane Conservation und Anbau des Holzes anzustellen, dass es eine continuirliche beständige und nachhaltende Nutzung gebe, weiln es eine unentbehrliche Sache ist, ohnewelche das Land in seinem Esse nicht bleiben mag.

(Hans Carl von Carlowitz,
in "Sylvicultura Oeconomica"  1713)

 

 

In solch für uns ungewohntem Altdeutsch drückte der sächsische Berghauptmann seine erste Definition der Nachhaltigkeit aus.


300 Jahre später hat sich diese Erkenntnis in fast allen Bereichen durchgesetzt. Nachhaltigkeit ist leider zum oft mißbrauchten Modewort verkommen. Und doch drückt sie in einem Wort die Bedingung für unser Überleben auf unserem schönen blauen Planeten aus.

Eine motivierende Einstimmung auf dieses Jahr ist die mitreissende Rede des jungen Felix Finkbeiner, der die Kampagne "Plant for the Planet" ins Leben gerufen hat, vor den Vereinten Nationen: "Forests are our Future!"

 

Was bedeutet Nachhaltigkeit im 21. Jahrhundert?

Ziel

Entwicklung fördern, „die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.

Brundtland-Report (1987)

Weichenstellungen für nachhaltiges Handeln

Nachhaltigkeitsdreieck (Alexandro Kleine)
Nachhaltigkeitsdreieck (Alexandro Kleine)

Entwicklungen auf ökologischem, ökonomischem uns sozialem Gebiet ("3-Säulen-Modell")

 

Ökologie

  • Erkenntnis, dass ökologische / biologische Vielfalt nicht allein Selbstzweck ist, sondern Voraussetzung für langfristiges Überleben der Menschheit

Ökonomie

  • Nachhaltiges Handeln muß sich wirtschaftlich lohnen
  • aber auch: Erkenntnis, dass Lebensqualität nicht nur vom wirtschaftlichen Gewinn abhängt

Soziales

  • Befriedigung der Grundbedürfnisse der Menschen weltweit
  • Selbstbestimmung
  • Mitbestimmung
  • Mitgestaltung
  • Empathie und Solidarität
  • Gerechtigkeit und Solidarität
    (räumlich = globale, zeitlich = zwischen Generationen, transgender = zwischen den Geschlechtern)

Wege zu nachhaltigem Handeln

  • Bildung für nachhaltige Entwicklung
  • Umsteigen von endlichen auf erneuerbare Ressourcen
  • Nullverschuldung
  • Ökonomische Kreisläufe
    (Langlebigkeit und Werthaltigkeit von Produkten, Recyclebarkeit)
  • Verursacherprinzip
    (Jeder Handelnde muß die wahren "Kosten" seines Handelns tragen, kein Abwälzen auf Dritte oder kommende Generationen)