Waldfunktionen

Schutzfunktionen des Waldes

Wald schützt seine Bewohner, Millionen von Tier-, Pflanzen- und Pilzarten, die auf ihn als Lebensraum zwingend angewiesen sind, indem er ihnen Nahrung, Wohnung und Schutz bietet.

Wald als natürliche Ressource

  • Wald ist das vielfältigste Land-Ökosystem überhaupt und damit das Gen-Reservoir schlechthin.
  • Waldboden ist das naturnächste Boden-Ökosystem,  Wald schützt Böden vor Erosion und ist bedeutender Kohlenstoff-Speicher ("Kohlenstoff-Senke").
  • Wasser: Wald filtert Wasser zu reinstem Trinkwasser.
  •  Luft / Klima: Wald filtert Stäube, Gase und radioaktive Stoffe aus der Luft

Schutz des Menschen

  • Er schützt  Menschen vor Lawinen, Muren und beugt Hochwasser durch seine Wasserspeicherfähigkeit vor, indem er wie ein natürlicher Schwamm wirkt.
  •  Wald schützt vor Lärm, indem er ihn abpuffert.
  •  Er bietet Sichtschutz und wirkt sich so sehr stark auf das menschliche Gemüt und Wohlbefinden aus.

Der Wald als Lebensraum

Die vielleicht wichtigste Funktion des Waldes ist der als vielschichtiges Ökosystem, als Lebensraum von Tieren, Pflanzen, Pilzen und Milliarden von Mikroorganismen.

 

Keine andere Landnutzungsform ist so vielfältig und bietet so vielen Lebewesen Rückzugsraum, Nahrung und Unterschlupf wie der Wald. Wald ist nicht gleich Wald. Jede der unzählig vielen Waldarten und -zusammensetzungen bieten  wiederum anderen Lebensformen die idealen Lebensbedingungen. Aus diesem Grund sind profunde Kenntnisse dieser Wirkungsmechanismen notwendig, um den Wald naturnah und vielfältig nachhaltig zu bewirtschaften.

Lebensraum Waldrand

 

Waldränder als Kontakt- oder auch Überganszonen zwischen Wald und Offenland werden oft geprägt durch kleinflächig wechselnde Temperatur, Feuchte, Licht und Bodeneigenschaften. So entstehen gerade hier besonders vielseitige Lebensräume für Flora und Fauna . (siehe auch "Projekt Waldränder")

 

Wasserschutz

Zu den bedeutendsten Wohlfahrtswirkungen des Waldes gehört seine Fähigkeit, Wasser zu filtern und zu speichern.

 

Niederschläge fließen im Wald nicht einfach als Oberflächenwasser ab und führen zu Bodenabtrag, sondern sickern fast vollständig in den Boden ein. Mit Hilfe des Humus, durchsetzt von Wurzelkanälen und Tiergängen, kann der Waldboden auch große Wassermengen, etwa nach Dauerregen und Schmelzwasser-Perioden aufnehmen und deshalb wirksam vor Hochwasser schützen. Wälder können Wasser lange speichern, sodass das Grundwasser und Quellen gespeist werden und Bäche und Flüsse auch während längerer Trockenperioden nicht austrocknen.

 

Gleichzeitig ist Waldboden ein hervorragender mechanisch-chemisch-biologischer Wasserfilter. Er reinigt das Sickerwasser auf dem Weg zur Quelle. Im Wald versickertes und durch den Boden gefiltertes Wasser ist sauerstoffreich, sauber und als Trinkwasser hervorragend geeignet.

 

Die Trink- bzw. Grundwasseranreicherung ist unter Laubwäldern höher als unter Nadelwäldern. Durch die stärkere Verdunstung bei Fichtenmonokulturen im Kronen- und Bodenbereich versickern bei einem jährlichen Niederschlag von 920mm nur 305mm oder 33% des Regenwassers im Boden. 34% oder 312mm verdunsten und 33% bzw. 303mm verbrauchen die Baum- und Krautschicht.

Bei einem Buchenbestand ist die Grundwasserneubildung sehr viel höher. Bei ebenfalls 920mm Jahresniederschlag fließen 47% bzw. 430mm ins Grundwasser ab, nur 18% bzw. 166mm verdunsten und 35% bzw. 324mm verbrauchen die Baum- und Krautschicht. Buchenwälder sind somit “Trinkwasserwälder”. (Quelle: Deutscher Forstwirtschaftsrat)

 

Bodenschutz

Aufgrund der Wasserhaltefähigkeit des Waldbodens bewahrt der Wald die Landschaft vor Bodenabtrag (Erosion) durch rasch abfließendes Oberflächenwasser. Er bindet das Wasser in den Boden-Hohlräumen wie ein Schwamm und gibt es zeitlich verzögert wieder ab.

 

Auch die Gefahr von Bodenrutschungen kann der Wald verhindern, da das weitverzweigte Wurzelnetz der Bäume dem Boden Halt gibt. Diese Funktion ist umso wichtiger, je steiler der Standort ist. Im Hochgebirge sind intakte Nadelmischwälder der wirksamste Schutz vor Geröllerosion (Muren) und Schneelawinen.

 

Die Bodenschutzfähigkeit hängt dabei von der Zusammensetzung und Struktur des Waldes ab. Ideale Eigenschaften haben stufig aufgebaute, stabile Mischwälder, da diese Wasser nicht nur bereits im Kronenraum durch die hohe Oberfläche teilweise verdunsten, sondern durch ihre unterschiedlichen Wurzelsysteme den Boden intensiver zu durchwurzeln vermögen als ein einschichtiger Wald beispielsweise aus flachwurzelnden Fichten. Wesentlich für die Bodenschutzfunktion ist, dass die aufstockenden Baumarten "standortsgerecht" sind; das bedeutet von Natur aus auf diesen Waldstandort passen.

 

Naturnahe vielfältige Mischbestände schützen Böden auch vor Versauerung, etwa durch Luftschadstoffe ("saurer Regen"). Durch ihre intensive Bodendurchwurzelung sorgen sie dafür, dass im Unterboden / im verwitternden Gestein gespeicherten Nährstoffe in den Bodenkreislauf gelangen können. Gesunde Mischbestände haben ein vielseitiges, intaktes Bodenleben (Mikrofauna, Mikroflora, Mykorrhiza), das dazu beiträgt, den Waldboden in einem Gleichgewicht zu halten.

 

Weitere Infos auf dieser Webseite:   Natur-Ressource Boden

 

Klimaschutz

Wald beschattet den Boden und verhindert eine rasche Austrocknung. Dadurch sorgt dadurch für ein besonderes Wald-Innenklima.

 

Besonders eindrücklich ist dieses Klima an heißen Sommertagen erlebbar, wenn es im Wald frisch und kühl ist. Aber auch an kalten Wintertagen wirkt sich der Schutz des Waldes ausgleichend aus. Im Wald ist es wärmer und windstiller. Dieses Waldklima gleicht also tägliche und jährliche Temperaturschwankungen aus, erhöht die Luftfeuchtigkeit und steigert die Taubildung. Im Winter mildert der Wald extreme Wind- und Frosteinwirkungen.

Lokal-regionaler Klimaschutz

Es können Temperatur-Unterschiede von 3° bis 6°C gegenüber dem Freiland und 4° bis 8°C gegenüber von Städten eintreten. Die Temperaturunterschiede zwischen Wald und Stadt ermöglichen den Luftaustausch. An heißen Sommertagen entstehen dadurch am Abend kühle Luftströmungen in die Städte (berühmt ist zum Beispiel der so genannte "Höllentäler", der aus dem Schwarzwald durch das Dreisamtal nach Freiburg strömt), sofern die sogenannten "Kaltluftschneisen" städtebaulich dafür frei gehalten wurden. Da die Blattorgane gleichzeitig Staub, Ruß und gasförmige Verunreinigungen aus der Luft heraufiltern, kann kühle, gereinigte Luft in die besiedelten Gebiete fließen.

 

[Stichwort "Frischluftschneise": Kühle / kalte Luft ist schwerer als warme Luft und hat ähnliche Eigenschaften wie eine Flüssigkeit. Sie kann von bewaldten Bergen in die besiedelten Täler fließen, sofern sie Raum dazu hat. Wird der Luftzustrom durch Bebauungen verhindert, staut sich die Luft in regelrechten "Luftseen" und kann nicht zur Kühlung der Innenstädte betragen.]