Waldfunktionen

[© Foto: Dr. G. Strobel]
[© Foto: Dr. G. Strobel]

 

Ein Baum "verbraucht" bei der Fotosynthese Kohlendioxid (CO²), indem er daraus in den Blättern, mit Wasser und Sonnenlicht, seine Holzsubstanz aufbaut. Dabei wird Sauerstoff frei.

Verrottet dieses Holz nach dem Tod des Baumes, wird durch die Abbauprozesse wieder dieselbe Menge CO2 frei; der Kreislauf ist CO²-neutral. Dasselbe passiert, wenn Holz, etwa als Heizstoff, verbrannt wird.

Emissionsfaktoren verschiedener Energieträger  [© Grafik: Dr. Gerhard Strobel, nach Daten KEA 2017]
Emissionsfaktoren verschiedener Energieträger [© Grafik: Dr. Gerhard Strobel, nach Daten KEA 2017]

Je länger die Zeitspanne von der Fotosynthese bis zum "Verbrauch" des Holzes ist, desto länger wirkt Holz als "temporärer CO²-Speicher", desto günstiger ist dies für das Weltklima.

 

Wie sich der Ausstoß des Treibhausgases CO² von Holz im Vergleich mit anderen Energieträgern (CO2-Äquivalente, in welchen auch andere Treibhausgase wie Methan, Lachgas u.a. berücksichtigt sind, jeweils einschl. der Vorketten wie Förderung, Aufbereitung, Transport etc.) ausnimmt, stellt nebenstehende Grafik dar (nach Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg, KEA, 2016).

 

Öl setzt demnach bei seiner Verbrennung rund 19 mal so viel Kohlendioxid pro erzeugter Kilowattstunde frei wie Stückholz. Für die Stromerzeugung wird pro Kilowattstunde im Durchschnitt (Bundesmix) annähernd das 36fache an Kohlendioxid erzeugt.

 

Prozesskette Holz

Die Nachhaltigkeit der Nutzung des Stoffes "Holz" hängt einerseits von einer nachhaltigen und möglichst naturnahen Erzeugung des Holzes ab.

 

Andererseits ist der Rohstoff Holz wie kein anderer geeignet, in einer Prozesskette ("Kaskaden-Nutzung") genutzt zu werden. Beispielsweise wird wertvolles Stammholz nicht einfach zum "Verbrennen" genutzt, sondern soll zunächst in einer volkswirtschaftlich höherwertigen Form eingesetzt werden - als Bau-, Konstruktions- oder Möbelholz etwa. Nicht selten können diese Hölzer nach Ende der Lebenszeit eines Hauses für eine ähnliche Nutzung wiederverwendet, also recycled, werden. Für Eichendielen aus abrißreifen mittelalterlichen Häusern gibt es mittlerweile bereits einen Markt.

Papier wird regelmäßig zur Herstellung von Papier und Pappe wiederverwendet.

 

Erst ganz am Ende dieser Prozesskette steht die Verwendung des Holzes als chemischer Rohstoff, oder, häufiger als thermischer Rohstoff zur Energiegewinnung. Somit wird der Rohstoff Holz nicht nur mehrfach genutzt, es wird auch die Zeitspanne, in der CO² der Atmosphäre entzogen bleibt, maximiert.

Und ganz am Ende dieser Prozesskette wird maximal so viel CO² erzeugt, wie beim Baumwachstum einst durch Fotosynthese im Holz gebunden worden ist.

 

Bewertung der Klimaschutzleistung

Seit 2017 steht Wissenschaft und Praxis das Software-Programm "Beklifuh" zur Verfügung, mit dessen Hilfe auf lokaler Ebene die Auswirkungen verschiedener Waldbewirtschaftungs- und Holzverwendungsoptionen auf die Klimaschutzleistungen von Forst und Holz analysiert werden können.

 

Forstpolitisch geht es aber auch darum, den langfristig und nachhaltig bewirtschafteten Wald und seine Produkte als  enorme CO2-Senke Leistung zukünftig direkt zu vermarkten, da hier ein gesellschaftliches Interesse mit steigender Nachfrage besteht.

 

Der Praxis wird dieses über das Internet zur Verfügung gestellt.