Waldgefährdungen

Wald war und ist vielfältigen Gefahren und Gefährdungen ausgesetzt, die teils natürlichen Ursprungs sind, teils unmittelbar oder mittelbar vom Menschen ausgehen:

Überblick über die Gefährdungen des Waldes

Eine große Gefahr ging in Mitteleuropa im Mittelalter von einer massiven Übernutzung der Wälder aus. Eine mittlerweile 300-jährige Tradition der nachhaltigen Bewirtschaftung entwickelte sich daraus. Auch die Waldvernichtungen der Antike im Mittelmeerraum mit nachfolgender Verkarstung und Versteppung mancher Landschaftsteile haben im menschlichen Verhalten, Naturressourcen auszubeuten, ihren Ursprung.


Heute ist die Übernutzung, teilweise flächigen Kahlschläge, ein großes Problem in Ländern, die die Bedeutung des Nachhaltigkeitsgedankens noch nicht erkennen konnten. Nicht zuletzt ist die Ausbeutung vieler Wälder des tropischen Regenwaldes mitverantwortlich für den im 20. Jahrhundert beginnenden Klimawandel.

Absolut gesehen sind Waldflächenverluste in Baden-Württemberg heute kein Problem, zumal die Waldflächen zugenommen haben. Garant dafür ist die nachhaltige Waldwirtschaft und die darauf aufbauende waldfreundliche Gesetzgebung, in der Ersatzmaßnahmen für Wald-Inanspruchnahmen, wie Aufforstungen an anderer Stelle, vorgeschrieben sind. Problematisch ist allerdings die Zerschneidung der Waldflächen. Da trotz vielfacher Waldfunktionen die Konflikte bei Baumaßnahmen im Vergleich zu Siedlungsgebieten relativ gering sind, sind Flächen-Inanspruchnahmen durch Verkehrswege, Energieversorgung, neuerdings durch Windkraft-Anlagen noch immer an der Tagesordnung.

 

Problematisch ist die Waldgefährdung weltweit durch Waldbrände, die in warm-trockenen Gegenden (Mittelmeerraum, Australien, südliche Bereiche in den USA sowie Russland) jedes Jahr zu riesigen Verlusten führen.

 

Mindestens ebenso problematisch dafür ist natürlich der der Ausstoss von in unnatürlichen Mengen emittierten Schadstoffen, zum Beispiel des Gases Schwefeldioxid. In den 1980ern wurde eine Entwicklung der zunehmenden Entlaubung von Bäumen festgestellt, die als "Waldsterben" Eingang international Eingang in den Wortschatz hatte und dessen Ursachen man zum großen Teil bei Luftschadstoffen vermutet. Seither wird der Gesundheitszustand des Waldes jährlich einem Monitoring unterzogen, dessen Ergebnisse in Form der Waldzustandsberichte jedermann zugänglich sind.

 

Möglicherweise als Folge des Klimawandels traten ab Ende des 20. Jahrhunderts vermehrt Orkane auf, die die Stabilität der Wälder auf eine harte Probe stellten. In der Folge dieser Orkane wurden die geschwächten Wälder wiederholt von Borkenkäfer-Kalamitäten heimgesucht. Störungen und Gefahren des Waldes abzuwehren, ist Aufgabe des Waldschutzes.

 

Auch die Ursachen von Wildschäden sind vom Ursprung her menschlicher Natur: Zum einen wurden tierische Lebensräume zerstört, und damit die Bedürfnisse "Nahrung und Schutz" stark eingeschränkt; zum anderen wurden über Jahrhunderte Beutegreifer wie Bär, Wolf oder Luchs in Mitteleuropa ausgerottet. Unter diesen Umständen vermehrten und vermehren sich Schalenwildbestände und können, wie jede Überpopulation zu Schäden führen. Aus diesen Gründen kommt der Jagd heute eine ganz neue Bedeutung zu: Von der reinen Nahrungsbeschaffung hin zur Bestandesregulierung und Wildschadensvermeidung.