Waldfunktionen


Weihnachtsbäume waren einst eigentlich ein "Nebenprodukt" der Waldbewirt-schaftung:  In Forstkulturen wurden stets weitaus mehr Bäume angepflanzt als später für einen gesunden Altbestand benötigt wurden. Warum? Durch die gegenseitige Konkurrenz der Bäumchen wurde  die Holzqualität der Bäumchen gesteigert, da im Kronenschatten die unteren Äste auf natürliche Weise abstarben, das Holz "astrein" wurde. Da die Konkurrenz zwischen den Bäumchen aber nicht zu groß werden durfte, wurden aus diesen Kulturen Weihnachtsbäume entnommen, die für den Waldbesitzer ein erster Ertrag - Jahre nach den Kosten der Pflanzung - waren.

Weihnachtsbaumkultur am Waldrand [© Foto: Dr. Gerhard Strobel]
Weihnachtsbaumkultur am Waldrand [© Foto: Dr. Gerhard Strobel]

Weihnachtsbaumkultur auf landwirtschaftlichen Flächen [© Foto: Dr. Gerhard Strobel]
Weihnachtsbaumkultur auf landwirtschaftlichen Flächen [© Foto: Dr. Gerhard Strobel]

Mit zunehmender natürlicher Verjüngung der Mischwälder ist diese Nutzungsform in den Hintergrund getreten.

Im Schwäbischen Wald - im Nordosten der Region Stuttgart- hat die Weihnachtsbaum-Produktion  im Laufe der Zeit auf landwirtschaftlichen Flächen eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung erlangt, da hier der rundum attraktiv benadelte Weihnachtsbaum, den der Weihnachtsbaumkunde in den meisten Fällen haben möchte,  erzeugt werden kann.

Aus Umweltschutz-Gesichtspunkten ist der "Weihnachtsbaum von hier" - der frische Baum, der mit geringem Energieeinsatz und CO²-Verbrauch ins heimische Wohnzimmer kommt - erste Wahl! Und darüber hinaus ist die Auswahl des Weihnachtsbaums, direkt beim heimischen Erzeuger, jedes Jahr ein kleines Fest in Vorfreude auf Weihnachten.


Unser Weihnachtsbaum ist Kult!

Seit über hundert Jahren ist er eine feste Größe in deutschen Wohnzimmern zur Weihnachtszeit - nahezu unabhängig vom Glauben oder der Weltanschauung des stolzen Baumbesitzers. Er wird zur Weihnachtszeit in Kirchen, Wohnungen und in Ortschaften aufgestellt und mit Lichterketten, Kerzen, Glaskugeln, Lametta, Engeln oder anderen Figuren geschmückt. Dieser Weihnachtsbrauch verbreitete sich im 19. Jahrhundert von Deutschland aus über die ganze Welt. (siehe > Geschichte des Weihnachtsbaums).


Wo bekomme ich einen Weihnachtsbaum aus der Region?

Wer einen eigenen Wald besitzt, kann ihn dort vor dem Fest schlagen.

Für alle anderen ist das Aussuchen eines Weihnachtsbaum - am liebsten direkt beim Erzeuger - ein Familienfest.

Viele Christbaum-Verkäufer bieten Glühwein, Punsch und Leckereien an, die zum gemütlichen Verweilen einladen.

 

Wer gerne einen "ökologischen" Weihnachtsbaum aben möchte, der mit wenig Kohlendioxid-Ausstoß, etwa durch lange Transportwege, erzeugt wurde, der greift zu einem in der Region produzierten "Erlebnis-Weihnachtsbaum der kurzen Wege". Um Ihnen die Suche zu erleichtern, listen wir für Sie die von uns bei den WeihnachtPresseterminen besuchten  Weihnachtsbaum-Erzeuger im Rems-Murr-Kreis / Schwäbischen Wald  auf:



 Jahr

Berichte

Weihnachtsbaum-Betriebe 

(Link zur Webseite)

Ort

Telefon

2020 Familie Jörg-Ulrich Schaal Auenwald-Unterbrüden

07191 / 53137

2019 Familie Erich Rettenmaier Oberrot-Marbächle

07977 / 8253

2018 Familie Markus Silcher Korb-Kleinheppach

0170 /  8688901

2017 Familie Rene Schwarz Alfdorf   (>> aktuell auf Facebook)

07172 / 3621

2016 Kreisforstverwaltung Rems-Murr Backnang

07191 / 895 4367

2015 Familie Rainer Eisenmann Welzheim-Vorderhundsberg

07182/ 2944

2014 Familie Hermann Scheub Sulzbach a.d.M. - Siebersbach

07193 / 6917

2013 Familie Uli Siller Spiegelberg-Vorderbüchelberg

07194 / 298

2012 Familie Günther Munz Sulzbach an der Murr - Bartenbach

07193 / 931312

2011 Hegnauhof Ranch Urbach 07181 / 85657
2009

Alfred Holzwarth

Waldenweiler  
2008

Hugo Munz

Sulzbach an der Murr - Bartenbach  
2007

Wolfgang Kurz

Althütte-Waldenweiler  

Weitere Weihnachtsbaum-Verkäufer in der Region finden Sie auf der Webseite der Forstbetriebsgemeinschaft Welzheimer Wald w.V. . Sollten Sie als regionaler Weihnachtsbaum-Erzeuger im Schwäbischen Wald hier nicht erwähnt sein, dürfen Sie sich gerne bei uns melden und uns Ihren Betrieb bei  unserem jährlichen WeihnachtPresseTermin vorstellen! Eine zentrale Interessenvertretung der Weihnachtsbaum-Händler in Baden-Württemberg ist der Christbaumverband Baden-Württemberg e.V..


SDW-WeihnachtPresseTermin

[© Foto: Dr. Gerhard Strobel]
[© Foto: Dr. Gerhard Strobel]

Seit 1994 - damit heute bereits Tradition - veranstaltet die SDW Rems-Murr in der Vorweihnachtszeit einen WeihnachtPresseTermin, bei dem wir jeweils einen regionalen Anbieter im Schwäbischen Wald vorstellen, um Weihnachtsbäume der kurzen Wege zu fördern. Auch in unseren Jahresberichten werden die im Rahmen des Pressetermins besuchten Christbaum-Produzenten vorgestellt.



Tipps für die Pflege Ihres Weihnachtsbaums

  • Bewahren Sie den Baum nach dem Kauf im Netz an einer sonnen- und windgeschützten Stelle im Freien oder in einer kühlen Garage auf. Um das Austrocknen des Baumes zu verhindern, ist es vorteilhaft, den Baum in einen Eimer Wasser zu stellen.
  • Am Besten ist es, den Baum einen Tag vor dem Schmücken aufzustellen. Er braucht diese Zeit um die Äste wieder in die richtige Position zu bringen. Erst dann sollte man ihn schmücken.
  • Den Baum mit Netz in den Weihnachtsbaumständer stellen und dann das Netz von unten nach oben aufschneiden und abnehmen.
  • Ein etwa 2 m hoher Weihnachtsbaum benötigt bis zu 2 Liter Wasser am Tag. Deshalb ist es günstig einen Baumständer mit Wasserbehälter zu wählen. Ideal ist es, den Baum vor dem Aufstellen 2-3 cm frisch anzuschneiden und täglich zu gießen.
  • Die größte Gefahr des Nadelns besteht, wenn der Baum unmittelbar vor die Heizung gestellt wird. (Quelle: BWS)

Informationen zu Weihnachtsbaum-Produktion und Markt

 

Deutschland     

(Quelle: SDW-Bundesverband, aktualisiert: 29.10.2019)

 

Zwischen 23 und 25 Millionen Weihnachtsbäume stehen jedes Jahr in deutschen Wohnzimmern.

Private Haushalte mit mehr als drei Personen stellen zu 80 % einen Weihnachtsbaum zu Weihnachten auf.

 

Aktuelle Trends

  • Die Preise 2019 steigen nicht. Ausgesucht schöne Nordmanntannen werden zwischen 18 und 25 Euro pro laufenden Meter kosten. Die Kosten für die Blaufichte liegen bei 10 bis 16 Euro und die Fichte bei 6 bis 10 Euro.
  •  Der Natur-Weihnachtsbaum verliert leider an Bedeutung. Der Trend zum Plastikbaum steigt. Bisher wurde die Plastiktanne vor allem in Geschäften und Restaurants aufgestellt, da sie im Schnitt mindestens sechs Wochen durchhalten müssen. Inzwischen sind im privaten Bereich die Weihnachtsbäume zu etwa 12 Prozent künstlich.
  •  Die Nachfrage nach kleineren Bäumen von 1,50 bis 1,75 Meter nimmt zu.
  •  Der Trend nach Regionalität verstärkt sich: 30 Prozent der Bäume werden direkt bei landwirtschaftlichen Betrieben gekauft, weitere 30 Prozent im Straßenhandel und der Rest in Supermärkten sowie in Garten- und Baumärkten.
  •  Der Online-Weihnachtsbaumverkauf wächst kontinuierlich. Nach einer Umfrage des Digitalverbandes BITCOM gaben 11 Prozent der Befragten an, ihren Baum im Internet bestellen zu wollen. Das Angebot wird immer umfangreicher und komfortabler. Eine Lieferung ins Haus - sogar geschmückt - ist inzwischen möglich.
  •  Zehn bis zwölf Prozent der Weihnachtsbäume werden im Topf gekauft.

 

Haben die trockenen Sommer den Weihnachtsbäumen geschadet?

 

Die Ausfälle durch die Trockenheit betreffen vor allem die dies- und letztjährigen Neuanpflanzungen (viele abgestorben, braune und zu kurze Triebe), die erst in acht Jahren verkauft werden. Die Schäden sind regional sehr verschieden. Verluste wurden bereits aus dem Osten NRWs, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gemeldet. Im Hauptanbaugebiet, im Sauerland, sind je nach Exposition zur Sonne, auch Schäden vorhanden. Die Neuansaat im letzten Jahr hatte noch mit einem Spätfrost zu kämpfen, der bereits braune Spitzen verursachte. Die Trockenheit hat auch zu helleren Farben bei den Bäumen geführt. Außerdem haben die Bäume die älteren, inneren Nadeln abgeworfen, um ihre Verdunstung zu verringern (Nadelinnenschütte). Trotzdem kann wohl der Markt 2019 ausreichend bedient werden.

 

Kommen jetzt normale Jahre mit ausreichend Niederschlägen, wird es erst in acht Jahren knapp. Bleibt es weiterhin zu trocken, werden die obengenannten Schäden eher zu minderen Qualitäten führen und Nachpflanzungen werden fast unmöglich. Eine Kompensation durch Importe aus Dänemark ist im Moment unwahrscheinlich. Dort tritt seit 2014 eine Baumkahlung (innere Nadeln) oder Gelbfärbung der Nadeln auf. Man führt diese auf Magnesiummangel zurück. Da auch entsprechende Düngung nicht den gewünschten Effekt brachte, gehen Wissenschaftler der Uni Kopenhagen davon aus, dass einige Bäume genetisch bedingt für das Schadbild anfälliger sind und auch ihre Fähigkeit Magnesium zu verwerten geringer ist.

 

Welche sind die beliebtesten Bäume?

 

Die Nordmanntanne ist mit fast 80 Prozent der mit Abstand beliebteste Baum. Dann folgen die Blaufichte mit 15 Prozent, sonstige Fichten mit 7 Prozent und die Edeltanne / Nobilistanne mit 3 Prozent.

 

Woher kommt der Weihnachtsbaum?

 

90% der Weihnachtsbäume stammen aus Deutschland. 5% der im letzten Jahr verkauften Bäume wurden im Rahmen der Waldbewirtschaftung direkt aus dem Wald entnommen. Die meisten Bäume aus der Waldpflege sind Fichten, Weißtannen und Kiefern.

Dänemark ist das wichtigste Importland für Weihnachtsbäume. Der Importanteil liegt nur noch bei ca. 10 Prozent. Besonders die großen Bäume mit 4 - 4,5 Meter Höhe kommen aus Dänemark. Vor zehn Jahren kam noch ein Viertel der verkauften Weihnachtsbäume aus dem Ausland (BVWE). Deutschland exportiert insgesamt etwa eine Million Weihnachtsbäume, vor allem in die Schweiz, Frankreich, Österreich und Polen. (Quelle: Prof. Schulte)

 

Im Jahr 2018 wurden 2,6 Mio. Weihnachtsbäume im Wert von 26 Mio. € nach Deutschland importiert. Dies bedeutet ein Anstieg um 16 % gegenüber dem Vorjahr (2017: 2,2 Mio. Stück). 86 % der 2018 nach Deutschland eingeführten Christbäume kamen aus Dänemark (2,2 Mio. Stück). Aus Deutschland exportiert wurden im Jahr 2018 rund 742.000 Weihnachtsbäume. Größtes Abnehmerland war die Niederlande mit einem Anteil von 28 % (209.000 Stück)
(Quelle: Statistisches Bundesamt 2019)

 

In welchem Alter werden Weihnachtsbäume geerntet?

 

Geerntet werden die Bäume im Alter von acht bis zwölf Jahren.

 

Ökologische Bilanz

 

Ein Hektar Weihnachtsbaumkultur bindet in zehn Jahren 145 Tonnen Kohlendioxid, 300 Tonnen Staubpartikel und sorgt für 100 Tonnen Sauerstoff (BVWE).

Ein Plastikbaum hat wegen des Energieeinsatzes bei der Produktion, des Transportes und der Entsorgung eine wesentlich schlechtere Ökobilanz und endet irgendwann als Plastikmüll. Vier von fünf Plastiktannen werden aus Fernost importiert.

Dem WDR-Wissensmagazin Quarks zufolge entstehen laut Studien durch einen natürlichen Baum etwa 3,1 Kilogramm Kohlendioxid, während bei einer Plastiktanne 48,3 Kilogramm CO2 zusammenkommen.

 

Anbauflächen in Deutschland und Europa

 

Die Angaben für die Anbaufläche für Deutschland schwanken zwischen 30.000 und 50.000 Hektar.

Nordrhein-Westfalen hat mit 18.000 Hektar bundesweit die größte Anbaufläche von Weihnachtsbäumen. Die Hochburg des deutschen Weihnachtsbaumanbaus ist das Sauerland mit 12.500 ha. Zusammen mit Schleswig-Holstein und Niedersachsen werden hier etwa zwei Drittel der deutschen Bäume produziert.

Kleinere Anbaugebiete gibt es in Bayern und Rheinland-Pfalz. (Quelle: Schulte Uni Göttingen, Wald und Holz NRW).

Europaweit gibt es 120.000 ha Anbaufläche für Weihnachtsbäume. Die größten Anbauflächen hat Deutschland mit 25 Prozent, Dänemark mit 20 Prozent, Polen mit 11 Prozent, Großbritannien mit 10 Prozent und Frankreich mit 8 Prozent. (Nordmanntanne-Informationszentrum 2018)

 

Wie Menschen viele leben davon?

 

Etwa 2.000 - 4.000 Produzenten sind haupt- oder nebenerwerbsmäßig mit dem Anbau und der Kulturpflege von Weihnachtsbäumen beschäftigt. Die Weihnachtsbaumproduktion sichert rund 8.200 Dauer- und 7.500 Saisonarbeitsplätze. Rechnet man mit einem Durchschnittspreis von 20 Euro pro Baum, beträgt der jährliche Umsatz der Branche fast 700 Millionen Euro (Quelle: Nordmanntanne-Informationszentrum 2018).

 

Arbeitsaufwand

 

Pro Baum investiert der Produzent ca. 12 Minuten Arbeitsaufwand. Der Arbeitsaufwand für einen Hektar beträgt jährlich 80 Stunden und besteht größtenteils aus Handarbeit. Auch Shropshire-Schafe helfen bei der Bekämpfung der Grasflora und reduzieren den Pestizideinsatz.

 

Woher kommt das Saatgut?

 

Das Saatgut für die Nordmanntanne wird vor allem aus Georgien importiert. Sie haben ein besonders schönes Wuchsbild und einen Spätaustrieb, der das Frostrisiko mindert. Zur Ernte werden die Zapfen von Bäumen oft in einer Höhe von 60 Metern von Hand gepflückt. Nach der Aussaat stehen die Sämlinge zwei Jahre im Saatbeet in der Baumschule. Dann werden sie ins Vorschulbeet verpflanzt und dann nach weiteren zwei Jahren kommen sie ins endgültige Weihnachtsbaumquartier.

 

Wie werden die Weihnachtsbäume entsorgt?

 

Seit Jahren sammeln Kommunen die Weihnachtsbäume flächendeckend ein. In der Verwertung sind sie unterschiedlich. In Berlin liefern sie in Biomassekraftwerken Strom und Fernwärme. Allein die etwa 350.000 Bäume liefern 500 Berliner Haushalten ein Jahr lang Strom und Wärme. In Leipzig werden die Weihnachtsbäume kompostiert und später zu Humus, in München werden sie teilweise in Spannplatten verwendet. Wer einen eigenen Garten hat, kann den Weihnachtsbaum selbst kompostieren oder zu Brennholz verarbeiten. Wie auch bei Gartenabfällen ist eine Entsorgung im Wald nicht erlaubt. Die nicht verkauften Restbestände werden immer häufiger an Zoos abgegeben. Sie werden nicht nur von Elefanten und Co gerne gefressen, sondern dienen vorher auch zum Spielen.

 

Kurioses zum Schluss:

 

Weihnachtsbaumwerfen: Im pfälzischen Weidenthal findet seit 2007 die Weltmeisterschaft im Weihnachtsbaumwerfen statt.

 

Vier Steuersätze für den Weihnachtsbaum

 

Je nachdem, wer den Weihnachtsbaum verkauft, wird er vom Staat mit unterschiedlichen Steuersätzen belastet. Wird der Baum von einem Gewerbetreibenden wie Baumarkt oder Lebensmittelmarkt verkauft, liegt der Steuersatz bei 7 Prozent.

Beim Landwirt werden auch Unterschiede gemacht. Einerseits kann Landwirt dem Finanzamt erklären, dass seine Umsätze nach den allgemeinen Vorschriften besteuert werden soll. Dann gilt wie bei Gewerbetreibenden 7 Prozent. Macht der Landwirt keine Erklärung, gibt es noch zwei weitere Alternativen: Kommt der Baum aus einer Sonderkultur, gilt der Steuersatz von 10,7 Prozent. Hat er ihn im Wald geschlagen, muss an das Finanzamt nur 5,5 Prozent bezahlt werden. Am höchsten besteuert wird der Plastiktannenbaum mit 19 Prozent.

 

Baden-Württemberg 

Knapp die Hälfte der Weihnachtsbäume aus heimischer Produktion

  • Es werden jährlich 2,5 Mio. Weihnachtsbäume verkauft.
  • Produziert werden von etwa 300 Erzeugern rd. 1,2 Mio. Bäume auf etwa 2.000 Hektar Anbaufläche.
  • Gut 50% werden aus nördlichen Bundesländern (Sauerland, NRW, SH) bezogen.
    (Quelle: Christbaumverband Baden-Württemberg e. V., mdl.2014)
  • Zurzeit werden schätzungsweise auf 2.100 ha bis 2.400 ha landwirtschaftlichen Flächen Christbaumkulturen in Baden-Württemberg kultiviert. Jährlich werden rund 1,25 Millionen Bäume geerntet.
    (Quelle: ForstBW 2016)

Geschichte des Weihnachtsbaums

Die Entwicklung des Weihnachts- oder Christbaumes hat keinen eindeutigen Anfang, sondern setzt sich aus Bräuchen verschiedener Kulturen zusammen. Lorbeer- und Tannenzweige wurden schon bei den Römern zum Jahreswechsel angebracht, um sich gegen Krankheit oder böse Geister zu schützen. Auch das Behängen der Bäume mit Äpfeln hat eine lange Tradition, die an den Sündenfall und die Befreiung des Menschen von der Erbsünde erinnern soll.

 

Die erste Erwähnung eines Christbaumes stammt aus dem Jahr 1419. Die Freiburger Bäckerschaft hatte einen Baum mit allerlei Naschwerk, Früchten und Nüssen behängt, den die Kinder nach Abschütteln an Neujahr plündern durften. Anderen Überlieferungen zufolge ist der erste geschmückte Weihnachtsbaum 1510 in Riga auf einem öffentlichen Platz aufgestellt worden. Eine Gedenktafel erinnert in Rigas Altstadt an eben dieser Stelle an das Ereignis (BWS). Erst über hundertzwanzig Jahre später, 1539, gibt es wieder einen urkundlichen Beleg, dass im Straßburger Münster ein Weihnachtsbaum aufgestellt wurde.

Weihnachten mit Weihnachtsbaum 1892 (Quelle: Wikipedia)
Weihnachten mit Weihnachtsbaum 1892 (Quelle: Wikipedia)

Einige Historiker sehen den Beginn der Weihnachtsbaumtradition Anfang des 17. Jahrhunderts, als die Weihnachtsbäume zum ersten Mal neben mit Süßem und Äpfeln auch mit Kerzen geschmückt wurden. 1775 führte Johann Wolfgang von Goethe den Weihnachtsbaum am Hofe zu Weimar ein.

 

Da der Weihnachtsbaum lange Zeit als heidnischer Brauch von der katholischen Kirche abgelehnt wurde, wurde er erst im 19. Jahrhundert - ausgehend vom Adel - als Mittelpunkt des Weihnachtsfestes zum Volksbrauch.Die Auswanderer des 18. Jahrhunderts nahmen die Tradition mit nach Amerika, von wo aus sie sich über die ganze Welt verbreitete.

Um 1830 wurden die ersten Christbaumkugeln geblasen.1882 wurde der erste Weihnachtbaum mit elektrischer Beleuchtung in Amerika aufgestellt.

 

Kleines Weihnachtsbaum-Lexikon

Die Tannen

  • Die Nordmanntanne (Abies nordmanniana) ist gemessen am Marktanteil der beliebteste Weihnachtsbaum. Benannt ist sie nach dem finnischen Botaniker Alexander von Nordmann, der sie 1836 im Kaukasus entdeckte. Die Nordmanntannekommt bei uns im Wald nicht vor. Sie wird ausschließlich für den Verkauf vor Weihnachten auf großen Plantagen in Dänemark und im Sauerland, aber auch hier vor Ort im Schwäbischen Wald angepflanzt und gepflegt. Sie hat eine meist sehr gleichmäßige Wuchsform, feste, glänzend-tiefgrüne, durftende, nicht stechende Nadeln,  und zeichnet sich durch eine hohe Nadelfestigkeit aus. Da sie bis zu 15 Jahre benötigt, um Zimmerhöhe zu erreichen, zählt sie zu den teuersten Weihnachtsbäumen.
    [Benannt wurde sie nach Alexander Davidowitsch von Nordmann (1803–1866), einem finnischen Zoologen, Botaniker und Paläontologen. Er unterrichtete in Odessa,  gründete eine Hochschule für Gartenbau und eine Abteilung für Seidenraupenzucht. Von Nordmann untersuchte Flora und Fauna auf dem Balkan und in Südrussland und war Erstbeschreiber zahlreicher Baum- und Pflanzenarten. Quelle: AGDW Die Waldeigentümer]
    Die Nordmanntanne ist ein mächtiger, geradstämmiger, immergrüner Baum, der Wuchshöhen von bis zu 40 bis 60 Meter erreichen kann. Aufgrund ihres tiefgreifenden Wurzelsystems wird die Nordmanntanne häufig in Mischwäldern angepflanzt, um diese sturmfester zu machen.
    Sie ist heute die meistgenutzte Baumart als Weihnachtsbaum.
  • Die Edeltanne (Abies procera) stammt aus dem westlichen Nordamerika und wurde erst 1930 nach Europa eingeführt. Sie liegt etwa auf dem gleichen Preisniveau wie die Nordmanntanne, ist aber noch haltbarer. Sie hat etagenförmig angeordnete Zweige und weiche, blaugrüne Nadeln, die äußerst intensiv nach Orangen duften. Den Geruch kann man noch verstärken, indem man die am Stamm befindlichen Harztaschen (kleine Beulen) mit einer Nadel aufpiekst.
  • Die Weißtanne (Abies alba) ist eine vor allem in den Mittelgebirgen, insbesondere im Schwarzwald und im Schwäbischen Wald von Natur aus heimische Baumart. Sie wird selten in Weihnachtsbaumkulturen gepflanzt, da sie als Schattbaumart  für den Anbau auf  Freiflächen wenig geeignet ist. Ihre dufenden Nadeln sind meist weniger buschig als die der populären Nordmannstanne.
  • Die Nobilistanne (Abies nobilis) hat weiche, blaugrüne Nadeln und ist sehr beliebt, wenn Weihnachtsbäume über vier Wochen oder mehr im beheizten Raum stehen sollen, wie es in Geschäftsräumen oftmals der Fall ist, denn ihre Nadeln sind mit am dauerhaftesten.
  • Die Colorado-Tanne (Abies concolor) hat lange, silbergraue Nadeln, einen lebhaften Wuchs und einen schönen Duft.
  • Die Korea-Tanne (Abies koreana) kommt wie ihr Name schon verrät aus Korea. Der hübsche, aber eher wenig angebotene Baum zeichnet sich durch gleichmäßig kleine, rund um den Zweig angeordnete Nadeln aus. Bei uns wird sie ca. 12 Meter hoch. Sie eignet sich gut als Christbaum mit Ballen.

Die Fichten

  • Die Fichte (Picea abies), wegen ihrer kupferbraunen Rinde (fälschlicherweise) auch Rottanne genannt, ist in Deutschland mit einem Waldflächenanteil von über 28 Prozent die verbreitetste Baumart. Die im Rahmen der regulären Waldpflege entnommenen Bäume werden auch als Weihnachtsbäume verkauft. Die Fichte ist der preiswerteste Weihnachtsbaum, allerdings weist sie auch die geringste Haltbarkeit auf. Daher sollte sie frisch sein und erst kurz vor den Feiertagen gekauft werden. Im Unterschied zu den Tannen stechen die Nadeln der Fichten.
  • Die Blaufichte (Picea pungens glauca) - oft fälschlicherweise als "Blautanne" oder „Edeltanne" bezeichnet - ist ein Klassiker unter den Weihnachtsbäumen. Sie stammt aus Nordamerika und wird seit 1860 in Europa angebaut. Ihre Nadeln haben einen blauen Schimmer, dessen Intensität einerseits vom Typ, andererseits von der Witterung abhängig ist. Die Blaufichte hat eine mittlere Haltbarkeit und liegt preislich etwas über der Fichte. Aufgrund ihrer starken, gleichmäßig etagenförmig gewachsenen Äste ist sie besonders für schweren Baumschmuck und für echte Kerzen geeignet. Ihre Nadeln stechen, duften aber herrlich nach Wald.

Andere Nadelbäume

  • Die Douglasie (Pseudotsuga menziesii) gehört weder zu den Tannen, noch zu den Fichten, sondern sie bildet eine eigene Gattung. Sie war vor der Eiszeit auch in Europa heimisch, überlebte aber nur in Nordamerika. Der schottische Botaniker Douglas - daher der Name - führte sie im 18. Jahrhundert wieder nach Europa ein. Aus forstlicher Sicht ist sie bei uns heute die wichtigste „fremdländische" Baumart.Die Douglasie hat weiche, dünne Nadeln, die einen intensiven Zitrus-Duft verströmen. Wegen ihrer dünnen, biegsamen Zweige ist sie nur für leichten Baumschmuck geeignet. Ihre Haltbarkeit ist etwa mit der Blaufichte zu vergleichen; preislich ist sie etwas günstiger als diese.
  • Die Kiefer (Pinus sylvestris) hat lange Nadeln und einen buschigen Wuchs rund um die Zweige und als Lichtbaumart Raum zwischen den Zweigen, der sie von den oben genannten Nadelbäumen unterscheidet.
    Dieser ungewöhnliche Weihnachtsbaum bleibt in der Wohnung lange frisch. Dieser "Weihnachtsbaum für Individualisten" duftet besonders schön nach Wald, ist aber etwas schwieriger zu schmücken.

Infos und Quellen