Waldfunktionen

Nutzfunktion Holz

"Holz wächst an Holz", eine alte forstwirtschaftliche Binsenweisheit. Damit Holz an Holz wachsen kann, müssen Förster über Jahrhunderte nachhaltig vorsorgen, um diesen Rohstoff für künftige Generationen zu sichern. Dies ist eines der wichtigen Ziele nachhaltiger Waldwirtschaft.

Wachsen würde der Wald ohne menschliches Zutun auch von alleine. Aber die vielfältigen qualitativen Anforderungen an diesen Rohstoff können nur durch gezielte waldbauliche Steuerung erfüllt werden.

Jahrringzählen an einem alten Tannenstamm  [© Foto: Dr. Gerhard Strobel]
Jahrringzählen an einem alten Tannenstamm [© Foto: Dr. Gerhard Strobel]

Sind die Bäume alt geworden, sind sie also "erntereif" und sollen dem Baum-Nachwuchs Platz machen, werden sie geerntet. Dies kann auf vielfältige Weise geschehen. Früher wurden Bäume mit der Handsäge und der Axt gefällt und aufgearbeitet.

Im vorigen Jahrhundert wurde die Arbeit durch die Erfindung der Motorsäge einfacher und leichter. Und in der dritten Generation sind Forstmaschinen wahre Alleskönner geworden. So erlauben moderne Erntemethoden sowohl den Baum mit sogenannten "Vollerntern" gefahrlos und ergonomisch mit einer an einem Kran befestigten Motorsäge zu fällen, sie erlauben auch, durch eine ausgeklügelte Erntetechnik und breiten druckarmen Reifen den Waldboden zu schonen.

Holz-Vollerntemaschine  [© Foto: Dr. Gerhard Strobel]
Holz-Vollerntemaschine [© Foto: Dr. Gerhard Strobel]

Mit diesen Vollerntern oder mit Holz-Rückemaschinen werden die Stämme dann aus dem Wald "gerückt" und an der Waldstrasse "gepoltert", also zu Verkaufseinheiten zusammengefasst. Hier holt sie der Holzeinkäufer oder Holzverarbeiter ab. Im Sägewerk werden aus den Stämmen dann vielfältige Zwischenprodukte - Bretter, Bohlen, Kanthölzer, Furniere oder Spezialsortimente - gefertigt. Diese sind das Ausgangsprodukt für Zimmerei-Betriebe, für Schreiner oder Parkettleger.

Holzverkauf

 [© Foto: Dr. Gerhard Strobel]
[© Foto: Dr. Gerhard Strobel]

Die Art des Holzverkaufs hängt von der Qualität des Holzes, von der Waldbesitzergröße und von der Käuferstruktur ab. Werden kleinere Mengen, zum Beispiel aus Privatwäldern, per Handschlag vom Waldbesitzer an den Sägewerker oder Holzhändler verkauft, wird Holz aus dem Staatswald nicht selten auch durch Jahresverträge an große Abnehmer, auch ins Ausland, verkauft.

 [© Foto: Dr. Gerhard Strobel]
[© Foto: Dr. Gerhard Strobel]

Premium-Hölzer aus unseren Wäldern werden auf speziellen "Submissions-Plätzen" aufbereitet und einem anspruchsvollen Käuferkreis angeboten. Jedes "Los" (das können mehrere Stämme oder ein besonders wertvoller Einzelstamm sein) kann durch den Käufer besichtigt werden, der dann per Brief ein Gebot für die von ihm gewünschten Stämme abgibt. Zum "Eröffnungsdatum" werden alle Gebote geöffnet. Den Zuschlag erhält jeweils das höchste Gebot.